Odiles Stimme wurde vom Pianisten Jeff Cohen bemerkt als sie als promovierte Violinistin an einem Kammermusik-Kurs teilnahm. Er empfiehl ihr nachdrücklich, Gesang zu studieren.
Mit ihrer Begabung für Koloratur, ihren ungezwungenen hohen Tönen und ihrer musikalischen Persönlichkeit wurde sie leicht am Londoner Royal College of Music angenommen in den Studiengängen Gesang und Violine, 2003), dann anschließend an der Guildhall School of Music and Drama (2007). Dort studierte sie Gesang bei Yvonne Kenny, Philip Doghan und Sarah Walker, und bekam ihren Master mit Auszeichnung.

Mit Mady Mesplé, Annick Massis, Raul Gimenez in Barcelona und Regina Werner Dietrich in Leipzig arbeitet sie an bevorstehenden Rollen.

Sie hat eine dreifache Karriere entwickelt, die Gesang, zeitgenössische Kreation und forschungsorientierte Pädagogik kombiniert.

Odile ist Preisträgerin mehrerer internationalen Wettbewerbe (Opernpreis Canari mit Jury unter Leitung von Gabriel Bacquier, Erster Preis beim Marseille Operettenwettbewerb, Publikumspreis beim Alain Fondary Wettbewerb, Enesco-Preis für zeitgenössische Musik mit Jury u.L.v. Viorica Cortez, Preisträgerin beim Vincenzo Bellini Wettbewerb…). Sie ist in einem weiten Koloratur- und Lyrisch-Koloraturrepertoire heimisch, und verkörpert mühelos und glanzvoll Partien aus einem breiten klassischen und romantischen Repertoire:

Haendels Cleopatra und Morgana, Mozarts Königin der Nacht, Lucia di Lammermoor, Marie aus der Regimentstochter von Donizetti, Amina aus Bellinis Sonnambula, Olympia aus Hoffmanns Erzählungen von Offenbach, Cunégonde aus Bernsteins Candide, Zerbinetta aus Ariadne auf Naxos von Strauss, und im französischen Repertoire Lakmé, Juliette oder Ophélie aus Hamlet von Ambroise Thomas. Dank ihrer Leichtigkeit als Königin der Nacht und Cunégonde wurde sie für internationale Tournees engagiert, mit den Stücken Mozart l’Opéra Rock et Amadeus in welchem sie auch die Konstanze verkörpert.

Rezensionen lobten ihre „bemerkenswerte Stimme, mit ihrer wunderbaren Projektion und sinnlichen Höhe“ (Forum Opera), bei Aufführungen von A la Folie. Dieses anspruchsvolle Programm von berühmten Koloratur-Arien ist seit 2019 regelmäßig auf Tournee (Nancyphonies Festspielen, Paris, London, Lucca, Perugia, Stuttgart, Barcelona, Straßburg, Chaumont, Mulhouse...).

Als Gast mit dem Symphonieorchester Mulhouse, trat sie an der Seite des Cellisten Gautier Capuçon auf in der Uraufführung von Michel Tabachniks Stück Sumer, unter der Leitung vom Komponisten, an der Filature in Mulhouse (2019). Ebenfalls eine begabte Schauspielerin und Violinistin, begeistert sich Odile für zeitgenössisches Schaffen. So verkörperte sie die Estelle bei der Uraufführung des Stücks Je m’appelle Ismaël von Lazare, am Théâtre National de Strasbourg (von Arte als kulturelles Highlight bezeichnet); das Stück spielte dann am Pariser Théâtre de la Ville, und anschließend auf Tournee an Staatlichen Bühnen in ganz Frankreich. Ihr Talent für Improvisieren, Komponieren und Experimentieren ist sehr gefragt, auch im Bereich der World Music, der aktuellen Musik und der digitalen Musik. Im Fernsehen war sie in Mystère à l’Opéra zusammen mit Mathilda May zu sehen. Dem Kinofilm Un illustre inconnu mit Mathieu Kassovitz lieh sie ihre Stimme.

Neben der klassischen und romantischen Oper und des zeitgenössischen Repertoires singt Odile auch öfters Oratorien gesungen : das Requiem von Brahms am Dom von Chartres, das Requiem von Verdi am Zénith in Straßburg, das Requiem, die Messe in C moll (1. Sopran), Exultate Jubilate, Die Vesperae solennes de Confessore von Mozart und die Matthäuspassion von Bach, Vivaldis In Furore in Angers und Paris, das Miserere von Zelenka am Straßburger Dom, den Messias von Händel in Montréal (2018)...

2005 lehrte Odile an der London Oratory School Gesang und Violine. Diese Erfahrung begeisterte sie und weckte ihr Interesse für die Vermittlung von Technik, Interpretation, Zusammenarbeit und Entdeckung von klassischem sowie neuem Repertoire. Dies führte sie zu neuen Lehrerfahrungen, in Frankreich sowie im Ausland, Im Rahmen von Universitäten, Schulen und Konservatorien (Frankreich, Großbritannien, China, Vietnam...). Regelmäßige Kurse, Meisterkurse für junge Berufsmusiker und Kurse für autistische Kinder: diese diversen Erfahrungen stärken ihre Fähigkeit, sich an verschiedenen Arten von Lehrenden anzupassen. Sie hat auch an Forschungsprojekte im den Bereichen Kreation und Pädagogik teilgenommen, über die Verbindung zwischen klassischem Gesang, Stimme, Psychologie, digitale Kreation und Neurowissenschaft im Rahmen der „Musaïques“ Kurse mit dem digitalen Instrument „OMNI“ unter der Leitung von Cédric Villani (zusammen mit dem Centre des Monuments Nationaux und der Mairie de Paris).

Auf der Bühne spielt sie 2021 die Rolle der “Freundin” in einer doppelten Aufführung von Schönbergs Von Heute auf Morgen und Les trois baisers du diable von Offenbach am Théâtre de l’Athénée in Paris. Sie arbeitet auch an einem Programm rund um die Figur der französischen Frau; anschließend ist sie in Lille in virtuosen Koloratur-Arien zu hören, zusammen mit dem Pianisten Jacques Schab von der Pariser Oper.

Ein weiteres Projekt für 2021-2022 ist ein dreifacher Auftritt als Sängerin / Schauspielerin / Violonistin in Flaubert Beethoven, inszeniert von Carine Piazzi und unter der Leitung von Oswald Sallaberger, mit den letzten Werken beider Künstler, für eine Tournee in Frankreich.

Odile studierte in Großbritannien und Frankreich, absolvierte am Pariser Lycée Fénelon Hypokhâgne-Khâgne; sie ist gebürtige Französin, spricht fließend Englisch, und beherrscht zudem Deutsch und Italienisch.

 

 

 

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